DIE SCHREIBWELTEN

Aktuelles

Aktuelle Ankündigungen
Aktuelles Kursprogramm
Literarisches Berlin 2012

Pädagogik & Methodik

Methodisches Mission Statement
Aus der Praxis

Die Schreibwelten-Gemeinde

Aktivitäten & Projekte

Interne Links

Das Schreibwelten-Forum

Externe Links

Onlineressourcen
Institutionen
Buch & Zeitschrift

Impressum

AUS DER PRAXIS

Zur Veranschaulichung einiger Aspekte schreibpädagogischer Methodik

Die nachfolgende Tabelle soll eine Zusammenschau einiger wesentlicher Aspekte der schreibpädagogischen Methodik, unterteilt in einzelne Themenbereiche, bieten.

Die Auflistung der für die einzelnen methodischen Ansätze zur Verfügung stehenden Materialien und Zugangsweisen ist nicht vollständig, sondern in mehrere Richtungen erweiterbar.

Hinweis: Später sollen die einzelnen Überbegriffe zu konkreten, mit Texten belegten Beispielen aus der praktischen schreibpädagogischen Arbeit verlinken.

ÜBERBEGRIFF

ZUGEORDNETE THEMEN
[Beispiele]

Sprache aus Sprache:

Konstruktive Spracharbeit

„Elementare” Arbeit am Grundmedium Sprache, zum Beispiel:

„Free Writing”, Assoziatives Schreiben, Schreiben „aus der Leere”, Automatisches Schreiben bzw. Automatismus, Bewusstseinsstrom, Cluster, Verknüpfungstechniken, Sprachfantasien, Sprachcollagen, Verfremdungen, Sprachgenerierung & Sprachinszenierung in Gruppen, Arbeit am einzelnen Wort, Buchstabenspiele, spielerischer Umgang mit rhetorischen Figuren bzw. Rede- oder Wortfiguren – Anagramme, Inversionen, Permutationen, u. a. m.

Text aus Text:

Konstruktive Textarbeit

Von der Rezeption zur Produktion

Arbeit mit Fremdtexten – Hereinholen – „Anverwandeln” - von Fremdmaterial in das Eigene, zum Beispiel:

a. „nahe an der Quelle/den Quellen”, sprachbasierte Arbeit – z. B. Sprach- und Textcollagen, Montage, Dekonstruktion & Neukonstruktion von Texten, Transfer/Übertragung/Umdichtung – Paraphrase (stilistisch, formal, inhaltlich, thematisch, motivisch) – „gestaltende Interpretation” Verfremdung, Ergänzung, Erweiterung von Texten & Textstellen, „Wandertexte”

b. „weg von der Quelle/den Quellen” – Ausloten des semantischen Umfelds von Texten und Textteilen, atmosphärische Verknüpfung, Schreiben aus der Sprach„aura” subjektive Reaktionstexte, imaginative Verknüpfung, Paralleltexte u. a. m.

Betonung stilistischer & formaler Aspekte der Textgestaltung

— Dramaturgie: Spannungskurve, Wendepunkte, Schlüsselstellen, Texteinstiege/Anfänge & Textenden/Ausstiege — Literarische Motive & Motivinszenierung; Stoffe

— Plot (Storyline), Konzept & Exposé

— Skizzierung, Konzeption, Entwicklung & äußere bzw. innere Ausgestaltung von Figuren, Figurenprofil, Figurenpsychologie, Figurenkonstellation und -interaktion, Beziehungsdramaturgie, Dialog, Konflikt; Gefühle, Affekte & Emotionen im Text

— Außenstehende & subjektive Erzählsituationen; Rollenprosa, fiktiver Ich-Erzähler, personaler Erzähler & Reflektorfigur; auktorialer/allwissender Erzähler, neutraler Erzähler/filmischer Blick, Sonderformen & biografische Perspektiven; erzählerische Gerechtigkeit

— Abgrenzung Fiktion vs. Autobiografie

— Subjektivität & Innerlichkeit im Text: Innerer Monolog, Bewusstseinsstrom, Reflexion, Kolportage

— Spezialfälle der „inneren Handlung” – z. B. Darstellung von Emotionen, von Bewusstseinsebenen, dem Unbewussten, dem Traum im Text

— Techniken zur Erzeugung von erzählerischer Nähe und Distanz im Text

— Lakonie und Aussparung, Klischeevermeidung, elliptische Texte

— Rhetorische Figuren (Bild-, Sprach-, Gedanken- und Klangfiguren, Tropen et al)

— Aufbau dramatischer & szenischer Texte und Dramentexte für Theater, TV und Hörfunk

— Besonderheiten der Textgattung Lyrik: Stilmittel, Klangfiguren, Verdichtung, Verknappung, Metrik, Reimschemata, Versmaße, Sprachmagie, Metaphorik, Motivik, Bildhaftigkeit, Rhythmik & Musikalität von Sprache, Bild, Symbol, Motiv in der Lyrik u. a. m.

Der literarische Text:

Gattungen, Genres, Formen & Sorten

Literarische Gattungen und die ihnen zugeordneten Genres; Grauzonen & Sonderfälle z. B. lyrische Prosa, lyrisches Drama, sowie Biografie & Autobiografie – Abgrenzung Fiktion – Non-Fiction

— Formen und Genres der Epik , z. B. Kurzgeschichte, Short Story, Shortest Story, Miniatur, Aphorismus, Anekdote, Erzählung, Roman, Krimi, Fabel, Märchen, Parabel, Fantasy, Science Fiction, Utopie, Grusel/Horror; Sonderformen wie Brief- und Tagebucherzählungen

— Formen und Genres der Lyrik , z. B. Subjektive Empfindungslyrik, Dinggedicht, Motivlyrik, Zweck- und Gebrauchslyrik (politische und zeitkritische Lyrik), Gedankenlyrik & Epigramm; Sonett, Ode, Hymne, Ballade, Versepos, Haiku, moderne/freie Formen, hermetische Formen, konkrete & visuelle Poesie, Lautgedicht, usw.

— Formen und Genres der Dramatik , z. B. Drama, Dramolett/Minidrama, Mikrodrama, Lesedrama, Lustspiel/Komödie, Melodrama, Tragödie, Tragikomödie, Hörspiel/Hörstück, Film/Fernsehdrehbuch, episches Drama, lyrisches Drama, usw.

— Abgrenzung literarischer Textsorten zu nicht-literarischen Textsorten („non-fiction”), z. B.: Journalistische Texte, Fachtexte, philosophische/wissenschaftliche Texte, Alltagstexte, biografische und autobiografische Texte, Essay, Aphorismus (Grauzonen und Überschneidungen!).

— Stile und Strömungen – Tradition und Geschichte, z. B. Romantik, Naturalismus, Realismus, Expressionismus, Symbolismus, Dadaismus, Futurismus, Surrealismus, Neue Sachlichkeit, Exil- und Untergrundliteratur, Kriegs- und Nachkriegsliteratur/Trümmerliteratur, Konkrete Poesie, Avantgarde, Moderne, Postmoderne, Gruppe 47, Wiener Gruppe, Grazer Gruppe, usw.

— Exkurse & Berücksichtigung der soziokulturellen und politischen Rahmenbedingungen und der Lebensumstände der Vertreter

Intermediale Transferprozesse & subjektiv gestaltende Interpretation:

Übertragung von Inhalten, Motiven, Strukturen usw. aus außertextlichen Quellen in den Text

Sinneseindrücke & Wahrnehmungen:

Sehen, hören, riechen, schmecken, tasten – Welt- und Selbsterfahrung über die Sinnesorgane z. B. Aromen, Farben, Musik

Alltagsmaterialien & Medien:

Zeitungen und Zeitschriften, Bilder, Fotos, Illustrationen, Comics, Werbung, Programme, Prospekte, Flyer, Film, Fernsehen, Video, Radio, Internet, usw.
aber auch: Installationen, Collagen, Objekte.

Text aus Bild:

bildende Kunst, Fotografie, Alltagsbilder, Werbebilder, Postkarten; dazu gehört auch die konkrete Kunstbetrachtung und gestaltende Bildinterpretation im Museum.



Literaturhinweis

Bücher, Unterlagen und Lernmaterialien zur Methodik des kreativen Schreibens gibt es in großer Zahl. Eine Darstellung einiger wesentlicher Aspekte langjähriger literaturpädagogischer Arbeit mit Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern, sowie eine Präsentation der methodischen Grundlagen, die einerseits auf historisch gewachsenen Prinzipien diverser "Creative Writing"-Schulen beruhen, welche sich in erster Linie im angloamerikanischen (Sprach)Raum etablieren konnten und dort bis heute durchwegs im universitären Umfeld positioniert sind, in großen Teilen jedoch von der seinerzeit von Chrisine Brauner und Gerwalt Brandl am Polycollege Stöbergasse initiierten und in Folge in der Wiener Erwachsenenbildung gut etablierten Wiener schreibpädagogischen Schule beeinflusst und geprägt sind, erfolgte 2007 in dem Methodik und Werkstatttexte zusammenführenden Buch "an einem wunderroten faden", Edition VHS, Wien. Herausgeberin: Silvia Waltl

Links zu unseren Mitgliedern

Silvia Waltl
Bettina Kreuter
Burghard Unteregger
Christian Karner-Schwetz